Popgeschichte - Gedankensplitter

Wenn wir Pop und Zeitgenossenschaft zusammen denken, tun wir das spätestens seit Mitte der Sechziger Jahre und spätestens seit Andy Warhol im Bereich der Pop- Art [...] Was hat er gemacht? Er hat sich schlicht und einfach, aber sehr radikal, für das interessiert, was jetzt im Moment passiert, was jetzt in der Gegenwart passiert und hat das aufgezeichnet.

[Eckhard Schuhmacher, Gerade Eben Jetzt, 2003, zit. n. BR2 Wie pop ist noch deutsche Literatur?]

Wenn Pop in Pop-Literatur und Popkultur die konsequente Zeitgenossenschaft und Gegenwärtigkeit bedeutet, was kann dann Popgeschichte sein? Muss Popgeschichte – nicht als Geschichte des Pops, des Populären oder der Popkultur begriffen – dann Geschichte der Gegenwart sein? Geschichtsschreibung vor sich hingetrieben vom Jetzt? Oder ist es die Geschichte der Gegenwart, die versucht zu begreifen, was zu dieser Gegenwart führte und sie bestimmt? Oder ist es die Geschichte der Gegenwarten, das Programm einer radikalen Historisierung, die jede vergangene Gegenwart synchron betrachtet und ganz dem Diktum Ranke's treu ist, dass "jede Epoche unmittelbar zu Gott ist".

Bildnachweis: splintered wood, Karri Huhtanen CC BY-SA 2.0; modifiziert.

Max Gawlich

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